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September 22, 2009

Vom Glück, einen Marathon zu bewältigen

0034Der Berlin-Marathon war Gänsehautfeeling pur!  Beim Start mit Blick auf die Siegssäule hatte ich einen dicken Kloß im Hals. Noch beim Schreiben steigen mit die Tränen vor Ergriffenheit in die Augen. Übrigens bin ich mit diesen Gefühlsregungen nicht allein.

Strecke, Publikum und Sonnenschein stimmten sich perfekt aufeinander ab. Na gut, für die meisten Läuferinnen und Läufer war es viel zu warm. 5 Stunden und 28 Minuten – wie in meinem Fall- bei bis zu 25 Grad Celsius zu laufen ist anstrengend und erfordert spätestens ab Kilometer 25 eisernen Willen. Den habe ich bewiesen, wie alle anderen Finisher auch. Und das typische “Nie wieder” , das man sich ab Kilometer 35 im Brustton der Überzeugung versichert, ist heute längst vergessen. Ich werde es wieder tun! Spätestens in zwei Jahren.

Ich finde es toll und beeindruckend, dass es Menschen gibt, die einen Marathon unter 4 oder gar unter 3 Stunden bewältigen. Hochachtung vor der Leistung dieser ambitionierten Hobbyläufer.

Weniger beeindruckend empfinde ich die Tatsache, dass die lokale Berichterstattung, jedenfall in meinem “Dorf” nur die Teilnehmer erwähnt, die eine entsprechend medienwirksame Zeit nachweisen.  Die “Berliner Morgenpost” handelte weiser und sensibler. Sie würdigte am Tag danach ALLE Finisher durch eine Sonderbeilage. In alphabetischer Reihenfolge! Vielleicht ein Beispiel, das Nachahmer in den Lokalredaktionen findet.

Die Marathondistanz ist für alle Läufer gleich. Jeder gibt sein Bestes, wie immer das auch aussehen mag. Und wer die Marathondistanz schafft, ist jemand, der Durchhaltevermögen und Disziplin bewiesen hat. Jeder, der das Ziel erreicht ist ein Sieger. Er hat gewonnen, und zwar nicht nur gegen 42,195 Kilometer.  

Bei meinem Start in meiner Lieblingsstadt wäre ich zu gerne unter der 5-Stunden-Marke geblieben. Daraus mache ich keinen Hehl.

Doch manchmal machen die Umstände einen Strich durch die wohl durchdachte Rechnung. Es sind auch die kleinen, persönliche und nur allzu menschlichen Geschichten, die einzukalkulieren und in Betracht zu ziehen sind. Schließlich sind wir Läufer Menschen! Besonders wenn wir uns im Hobbybereich bewegen. Und das tun wir alle, sofern wir nicht  Haile heißen.

Der berüchtigte Hammermann verschonte mich in Berlin,  schickte jedoch seine Vertretung: Sonne pur!

 Außer dem unbeschreiblichen Gefühl, das Ziel zu erreichen sind es die Begegnungen mit Menschen, die bei mir nachwirken.

Unverhoffte Begegnungen, kurze Augenblicke, Handpatscher. Ein “Ca va bien?” des temporären Begleiters aus Frankreich, italienische Lebensfreude, ein brasilianisches “give me five”.

Noch bin ich besoffen vom Berlin Marathon 2009. Möge es so bleiben!

Meiner Leidenschaft, zu laufen, hat dieses Marathon-Erlebnis eine emotinale Zusatznote verliehen.

Ob Marathon oder Musik oder Kochen oder oder oder

Was auch immer Euch und Sie bewegt, berührt, in Schwingung versetzt und die Tränen der Ergriffenheit in die Augen treibt: Das Leben ist wie ein Marathon: Keine Generalprobe, sondern eine echte Herausforderung, die mit Leidenschaft gemeistert werden will.

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