Als Landbewohnerin komme ich auf meinen Trainingsläufen an vielen Wiesen und Feldern vorbei. Pferde, Schafe, Gänse und Kühe schauen meinem läuferischen Treiben interessiert zu. Jedenfalls bilde ich mir das ein.
Immer dann, wenn ich mich unbeobachtet wähne, nehme ich Kontakt auf. Der Stute sage ich, wie gut mir ihr Fohlen gefällt, den Gänsen wünsche ich ein Leben nach der Weihnachtszeit und die Schafe blöke ich einfach mal an. Es mag an meinem Sternzeichen (Widder) liegen, dass ich mich befugt fühle, die vermeintlich gleiche Sprache zu wählen bzw. Laute, von denen ich meine, dass sie die Sprache der Schafe seien.
Die Rinder und Kühe aber sind es, die mich am meisten faszinieren. Wiederkäuend und gelassen stehen sie da. Ihr ruhiger Blick aus großen Augen gibt mir auf seltsame Weise Kraft. Kühe sind Nährende und Gebende. Und als solche scheinen sie dafür prädestiniert zu sein, sich ausbeuten zu lassen. Was sollen sie auch anderes tun? Als Milch- und Fleischlieferant sind sie dem konsumierenden Menschen ausgeliefert.
Nein. Ich bin nicht so extrem, dass ich mich dauernd bei den Tieren und Pflanzen für ihre lebenserhaltenden Gaben bedanke. Und trotzdem finde ich es angebracht, das menschliche Bewusstsein für die Umstände, unter denen Tiere uns ihre Erzeugnisse und ihr Leben schenken zu schärfen.
In Berlin fiel mir ein Plakat zu einer Kampagene von www.animals-angels.de auf, das mich sehr berührte. Der Kuh ins Auge geschaut!