Archiv für März, 2010

März 18, 2010

Zukunftswert Vertrauen

Warum vertrauen wir einer Person, während wir der anderen unser Vertrauen verweigern oder entziehen? Und ist es nicht sowieso viel sinnvoller, von vornherein misstrauisch und skeptisch zu sein, um eventuellen Vertrauensbrüchen vorzubeugen und sich Enttäuschungen zu ersparen?
Und was wäre dann?
Ohne Vertrauen darauf, dass Entwicklungen einen positiven bzw. erwarteten Verlauf nehmen, würde die Welt im wahrsten Sinne des Wortes still stehen. Und wir mit ihr. Was bliebe, wäre die Hoffnung, ihrerseits eine passive Verwandte von Vertrauen.

Wer vertraut, sich und anderen, Mitmenschen und Situationen, der hat eine Erwartung: An sich selbst und an das Gegenüber.
Im Rahmen gemeinsamer Werte und moralischer Vorstellungen soll etwas in Bewegung kommen, sich entwickeln, fortschreiten.
Vertrauen gründet sich auf Glaubwürdigkeit und Verlässlichkeit. Vertrauen braucht Echtheit und Authentizität als Grundlage.
Vertrauen ist und bleibt riskant und benötigt Informationen und eine große Portion Intuition.
Mit Offenheit und Mut hat Vertrauen eine Chance als Wert anerkannt zu werden, der in unserer zunehmend vernetzten Welt eine immer größere Rolle spielen wird.
Trauen wir uns doch einfach mehr Vertrauen zu! Was spricht dagegen?

März 15, 2010

Laufen: Der eigene Rhythmus

10 Kilometer Testlauf in unter 50 Minuten! Super. Ein Ergebnis, über das ich mich richtig freuen kann.
Nein, es ist nicht mein Erfolg und nicht mein Ergebnis. Ich las darüber in einem Laufblog, das ich hin und wieder aufsuche, weil es sich auf das Thema Laufen konzentriert und schön und schlicht den Sport „bei der Wurzel“ packt.Noch vor einem Jahr wäre mein Ehrgeiz geweckt gewesen, meine eigene 10-Kilometermarke endlich auch auf die magische „49“ zu bringen, anstatt bei „59“ zu stagnieren.
Doch fast nichts ist von diesem Bestreben übrig geblieben.
Locker und entspannt kann ich zulassen, dass andere schneller sind.

Selbstverständlich ist es mir nach wie vor wichtig, bestimmte Zielzeiten zu erreichen. Die Halbmarathondistanz in 2.12. z.B. oder den Hermannslauf unter 4 Stunden. Keine Ergebnisse, die in irgendeiner Rekordliste erscheinen und einzig dem Zweck dienen, in Bewegung zu bleiben und ein Ziel im Auge zu haben.

Ohne Ziele würde ich meinen Hintern wohl weniger bis gar nicht bewegen. Aber, da ist mehr Ruhe, mehr Gelassenheit in mein Läuferleben eingezogen. All der selbst gemachte Druck, immer schneller zu werden, obwohl der altersbedingte Zenit im Grunde überschritten ist, hat sich aufgelöst.
Es ist ein wunderschönes Gefühl, beim Laufen dieses warme Strömen zu spüren, den Spaß, der Anstrengung nicht ausschließt. Einerseits. Und bei einem anderen Lauf ebenso den Intervall in der gesetzten Zeit absolvieren zu können. Eine Zeit, die meine ist. Ein Lauf, der zu mir passt. Individual running rhythm. Das Leben ist ein Lauf. Meiner und Deiner!

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März 10, 2010

Wissenschaft: Manchmal nackt und blind

Vor ein paar Wochen konnten wir Läufer erstaunt eine wissenschaftliche Studie über die Gelenkbelastungen beim Laufen mit Laufschuhen lesen.
Danach sei das Laufen mit Laufschuhen insbesondere für die Hüftgelenke schädlicher, als das Laufen mit Highheels bzw. barfuss.
„Sexy running“ war die erste Idee, die mir damals in den Kopf kam.

Inzwischen haben sich Experten vom anderen Ende der Wissenschaftsskala und aus den Entwicklerkreisen zu Wort gemeldet und auf einen ganzheitlichen Blick hingewiesen. Faktoren wie Gewicht des jeweiligen Läufers, Ziele und das Laufband mit seinen individuellen Interferenzen wurden als Argumente einbezogen und als Entkräfter der amerikanischen Studie eingesetzt.

Wie auch immer wir am liebsten und besten laufen; unabhängig vom Laufsport ist eines einmal mehr deutlich geworden: Der gewisse Hang zur Wissenschaftsgläugigkeit!

Dabei ist es doch (eigentlich) nur wichtig, wie man selbst sich beim Laufen am wohlsten fühlt und was am Fuß oder sonst wo am besten sitzt.
Jeder ist sich selbst immer noch am nächsten und oft auch sein bester Experte

März 9, 2010

Laufen: Sehnsucht

Foto: Kreft. Trainingslauf Teuto

Drei Wochen sind es noch bis zum Berliner Halbmarathon. Und ganze sieben Wochen trennen mich und viele andere Läufer vom legendären Hermannslauf.
Nach etlichen mehr oder weniger langen Läufen, bei denen ich knöchel- bis wadentief im Schnee versank konnte ich gestern meinen ersten fast schneefreien Lauf absolvieren. Immerhin war ich knapp zwei Stunden in relativ flottem Tempo unterwegs. Auf Asphalt, der nur noch mit wenigen Eisschollen “geschmückt” war.
Auch ein erstes Intervalltraining auf der Bahn ein paar Tage zuvor, verlief gar nicht so schlecht.
Da ich während dieses immer noch strengen Winters auf jegliche Puls- und Geschwindigkeitsmessung via Polar verzichtete und mich ganz bewusst “nur” auf mein Gefühl verließ, steigt schon jetzt die Spannung auf die Ergebnisse, die ich zu erzielen gedenke. Und im Gegensatz zu den vergangenen Jahren ist diese wilde, junge Freude zurück gekehrt, ganz ohne künstlich produzierten, technischen Druck drauflos zu laufen.
An erster Stelle steht jedoch die Sehnsucht nach endlich wieder kraftvollen, ausholenden Schritten, ohne die Angst vor einem fatalen Sturz im Nacken sitzen zu haben! Schneefrei bitte! Und ein paar kleine Plusgrade.

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